Am 23. und 24. Februar erleben die Kanaren die schlimmste Calima seit 40 Jahren-

es ist absolut beeindruckend.

 

Wir können nicht nach Draußen gehen. Und keine Luke öffnen.

 

Sogar die große Karnevalsveranstaltung wird hier abgesagt (und das heißt schon etwas). Richtig crazy!

 

Am Dienstag machen wir die 1. Versuche, Enterprise von der Sandschicht zu befreien.  Bis das einigermaßen erfolgreich wird, braucht es aber einige Tage. Einmal klettere ich sogar mit dem Wasserschlauch bis in die Mastspitze, um von oben nach unten dei Leinen und Wanten abzuspülen.

 

 

Bei der Suche nach Halterungen für die Solar-Panels haben wir einen tollen Segelmacher gefunden. Er kann uns nicht nur problemlos alles besorgen, was unser Herz begehrt, er ist auch für unkonventionelle Lösungen zu haben. Er kommt an Bord, um sich Mast und 2.Spi-Baum anzusehen. (Von Beginn an fahren wir den Spi-Baum spazieren und haben keine Halterungen für ihn.) Horst soll Schablonen vom Mast anfertigen, dann kann er uns selber die Halterungen biegen und schweißen.

Drei Tage später können wir sie abholen- wirklich großartig.

 

Die Halterungen am Mast anbringen erfordert einige Tage, da wir zunächst alle Leinen, die im Mast laufen, herausnehmen müssen, um sie vor den Bohrspänen zu schützen. Aber die Halterungen passen und wir freuen uns auf den ersten richtigen Test!!

 

Da das Wetter noch immer nicht zum zurück nach Arrecife segeln einlädt, arbeiten wir hier einfach weiter- und nutzen die Kreativität von "Sunny Yacht Service" weiter. Unser neues Bimini macht uns nämlich Kummer. Es sieht schön aus und hilft bei Sonne auch prima. Aber da das Gestänge nicht rund gebogen ist, bilden sich bei Regen richtige Wasserlachen auf dem Stoff. Das darf natürlich nicht so sein und bleiben. Aber der Segelmacher weiß Rat: Das Gestänge wird gebogen und der Stoff entsprechend abgeändert.

Der nächste Regen wird es nun zeigen :-)

 

Am 29. Februar meine ich in meiner Koje- noch unter der Bettdecke- eine Stimme zu hören: "Enterprise B, Enterprise B, hier ist die Roede Orm!" Erst dachte ich, dass muss ich geträumt haben. Aber ein Blick aus der Luke bestätigt mir, dass ich keine Halluzis habe. Die Roede Orm legt am Nachbarsteg an. Wir haben uns natürlich ne Menge zu erzählen, denn das letzte Mal haben wir uns in Portimao getroffen. Und da die Drei von hier aus Richtung Heimat aufbrechen und ihr Iridium Go - noch nicht benutzt- nun nicht mehr brauchen werden, können wir es ihnen abkaufen. Das ist wieder richtig toll für uns!! Wir sitzen ein paar mal im "Sailor's Bay" zusammen und freuen uns des Lebens.

 

Die Drei werden bald nach Lanzarote aufbrechen- wir auch?? Zunächst lassen wir noch unser Rigg checken, da wir das Gefühl haben, da stimmt was nicht. Das kann man hier alles wirklich gut in Angriff nehmen.

Und tatsächlich, die vordere Rollanlage muss abgenommen und gekürzt werden. Die beiden Mitarbeiter von Alisios nehmen es aber direkt in Angriff und am nächsten Tag ist unser Rigg in bester Ordnung- mit Zertifikat!!!

 

Am 4.März fährt die Roede Orm von hier aus los. Und wir ahnen in diesem Moment nicht, dass wir sie so schnell nicht wiedersehen.

 

 

 

 

Denn dann beginnt sich der Corona- Schrecken in der Welt auszubreiten und ehe wir es richtig begreifen herrscht in Spanien ab dem                                         15.3. eine Ausgangssperre.

Wir dürfen nur noch für lebenswichtige Dinge von Bord gehen, erleben wie die Kreuzfahrer hier geordnet nacheinander die Schiffe verlassen müssen, social distancing das Wort dieser Tage wird. Die Nachrichten sind der reine Horror, unsere Köpfe voller Fragen und Ängste, Segler-Freunde in der Karibik in schwierigen Situationen.

 

 

 

Wir machen uns bewusst, dass wir es hier gut getroffen haben. Wir liegen hier sicher (keine Hurrikan-Saison im Anmarsch), haben Strom und Wasser und können uns versorgen. Wir haben uns, sind gesund und das Wetter ist super.

Bisher haben wir noch einige Projekte, mit denen wir uns an Bord beschäftigen können.

Was uns- besonders mir- fehlt, ist genügend Bewegung. Aber wir werden kreativ. Unser Sling-Trainer verhilft uns täglich zu einem Kraft-Training.

Und dann fange ich an, hinter dem Steuerstand auf der Stelle zu joggen. Okay- die Blicke der Nachbarn sagen mir, dass das schräg ist, aber es tut gut. Und mit guter Musik auf den Ohren macht es sogar richtig Spaß!

 

 

Am 27. März wird Thea geboren!!!

Thea kommt um 13:04 in Hannover zur Welt- und wir sind mit Frauke und Chris überglücklich!!

Unseren Plan, Thea bald persönlich auf dieser Welt willkommen zu heißen, müssen wir eine Weile verschieben. Aber sobald sich die Lage entspannt kommen wir :-)

 

Wir feiern dieses schöne Ereignis an Bord ausgiebig und freuen uns.

Unsere 2. Enkeltochter ist da- HURRA

 

 

 

Abends gibt es einen richtigen Regenguss- gefühlt der 1. wirkliche Regen seit wir in Las Palmas angekommen sind. Jedenfalls scheint unsere Enterprise so durchgetrocknet zu sein, dass sich kleine Regendurchlässe an dem Fenster in der Pantry gebildet haben und es mir beim Spülen von oben auf den Kopf tropft.

Wir verteilen Schüsseln überall für die Nacht (aber nach einer halben Stunde war sowieso alles vorbei) und haben endlich wieder eine neue Baustelle. Geht doch.

Am nächsten Tag wird der Innenrahmen abgeschraubt und wir entdecken, dass bei der Montage deutlich an der Kleber-/Dichtmasse gespart wurde. Also alles trocknen lassen und neu versiegeln und am nächsten Tag mit der Außendusche den heftign Regentest durchführen - alles dicht - na also!