Am Mittwoch, den 2.Oktober, kommen Hanni und Günther in ihrem Hotel in Estoril- einem Nachbarort von Cascais- an. Wir fahren mit Fahrrad und Roller zum Hotel, um sie zu treffen und den 1.Abend gemeinsam zu verbringen. Die Freunde ist bei uns allen groß- ich bin mal wieder begeistert, so tolle Eltern zu haben!!

 

 

 

Am nächsten Tag kommen die beiden zu uns an Bord, wir haben viel zu erzählen und genießen die Zeit. So richtig können sie sich nicht entscheiden, mit uns weiter zu fahren, aber ganz schlecht finden sie es auch nicht.Obwohl Mutti beim An-Bord-Kommen meint, schon der Gefahr ins Auge zu blicken :-)

Natürlich machen wir auch Cascais unsicher, machen Spaziergänge und einen Bus-Ausflug zum Cabo da Roca und nach Sintra. Die Busfahrten alleine waren schon ziemlich aufregend, einen Bus zurück zu erwischen auch nicht ganz einfach. Und als wir abends wieder aussteigen konnten, waren wir froh, unbeschadet davon gekommen zu sein.

Am Sonntag gehen wir noch ein letztes Mal gemeinsam essen und erleben die wahrscheinlich unfreundlichsten Kellner, die es gibt. (Glücklicherweise war das Essen lecker.) Schon schön, dass sie uns überhaupt bedient haben. Danach sagen wir am Bahnhof TSCHÜSS- und hoffentlich bis bald!! Es war schön mit euch!!!

 

Zurück an Bord wird im Dunkeln das Boot aufgeklart, alles verstaut. Denn Montag früh geht es weiter.

 

 

Pünktlich legen wir ab und starten in einen schönen Tag. Der Wind weht gut, ziemlich genau achterlich, so dass wir lange Zeit Schmetterling segeln können. Der Plan ist, bis zum Dunkel werden in Sines zu sein. Ich möchte so gerne mal nur am Tag unterwegs sein- ganz entspannt und ohne Angst vor Fischnetzen. Doch der schöne Törn und anstehende Wetterveränderungen lassen uns nur wenige Meilen vor Sines den Kurs ändern und weiter segeln. Wir gehen in der Nacht um Cabo Vincente- allein sichtbar ist der mächtige Leuchtturm. Immer werden wir allerdings von unseren best buddies- den Delfinen- begleitet. Nachts hören wir nur ihren Gesang.

Mit der aufgehenden Sonne erreichen wir Lagos und am späten Vormittag machen wir in Portimao fest.

Wir wissen nicht, wie es möglich ist, aber es wird noch immer schöner, je weiter wir kommen. Es ist wir im Paradies und die Sonne scheint bei 26 Grad.

 

 

 

Die Küstenlinie vor Portimao sieht richtig hässlich aus- viele Hochhäuser direkt hinter den weißen Stränden. Aber ist man erst einmal im Hafen, bietet sich ein glücklicherweise ein anderer Blick. Die Marina ist super schön, die Promenade am Wasser entlang in die Stadt sehr großzügig und modern, die Stadt selber voller Gegensätze. An der Promenade die Touristen-Cafes, aber schon eine Querstraße weiter Geschäfte und Lokale der Einheimischen. Uns gefällt das sehr gut. Wir machen große Erkundungstouren mit unseren Fahrzeugen. In den "Drogarias" gibt es wirklich alles zu kaufen, von Werkzeug über Haushaltswaren, Gas- und Wasser-zubehör- ganz nach Horsts Geschmack.

 

 

Von Montag, 14.Oktober, bis Mittwoch buchen wir einen Mietwagen. Frauke und Chris sind für eine Woche in Conil de la Frontera im Urlaub und wir möchten sie treffen. Montag Nachmittag wird das Auto genutzt, um die Vorräte (vor allem Wasser und Bier) so richtig aufzufüllen. Dienstag früh geht es um 06:30 Uhr los nach Conil. Es sind einfache Strecke gut 400 km- aber über die Autobahn gut zu machen. Der Grenzübertritt ist etwas speziell, aber auch machbar.

Mittags sind wir in Conil und freuen uns, die beiden zu sehen. Nach einem Snack im Ort gibt es das leckerste Eis, was man sich nur vorstellen kann. Bei einem langen Spaziergang auf den Klippen zum Leuchtturm können wir uns gegenseitig updaten und die Zeit vergeht super schnell. Gegen 18:00 Uhr machen wir uns auf dem Rückweg. In Sevilla tobt noch der Feierabend-Verkehr, so dass es etwas dauert. 

Wir sind sehr froh, die beiden gesehen zu haben und sie mal drücken zu können!!

Jaaa- wir leben noch!!! und wir sind noch immer in Portimao und es geht uns gut. Heute ist der 29.10.- die Zeit ist verflogen. Wir haben hier inzwischen viele nette Menschen kennengelernt: Leute, die hier schon seit Jahren auf dem Boot leben; Segler, die hier überwintern oder ihr Boot über Winter hier allein liegen lassen; Einige Segler, die auf dem Sprung zu den Kanaren sind und ein ein paar Wenige, die zunächst nach Marokko wollen.

Wir haben eine Geburtstags-Strand-Party am gegenüberliegenden Strand von Ferragudo erlebt, denn Steffi von der Segelyacht "Bigfoot" hat ihren 50. mit vielen Seglern gefeiert. Die netten Menschen von "Röde Orm" lagen am Nachbarsteg, SY "Tharos" gegenüber und unsere "Salty" auch nicht weit weg. Vor ein paar Tagen kam sogar "Cumulus" in den Hafen- auf das 15 Monate jüngste Crew-Mitglied habe ich mich so gefreut.

Aber morgen soll es nun endlich weitergehen. Die Windprognose ist ganz gut. Wir wollen versuchen nach Rabat zu kommen. Das soll nicht ganz einfach sein, da man nur bei Büroöffnungszeiten, möglichst Hochwasser und nicht über 2 Meter Schwell vor der Einfahrt in den Bou-Regreg hinein "darf".  (Bürozeiten wegen Einklarierung und weil man per Schlauchboot von der Marina durch Untiefen, Fischerboote und -netze gelotst wird.)

So, wie es aussieht, wird "Salty" uns dann verlassen, da sie direkt die Kanaren ansteuern. Schnief!

 

 

Kurz vor der Abfahrt am Mittwoch : ein Abschiedsdrücken mit den Saltys- wir werden euch vermissen, aber hoffentlich bald wiedersehen!!!

Dann- nachdem der schlimmste Nebel abgezogen ist, legen wir ab.

 

Wir haben erstmals unseren Vakuumierer ausprobiert, um unsre Lebensmittel länger haltbar zu machen. Das, was du hier siehst, sind ursprünglich frische und leckere Früchte-Brötchen gewesen. Nachdem ihnen alle Luft abgezogen wurde, sehen sie so aus. Aber- das Gerät funktioniert und beim Obst klappt das auch viel besser.

 

Es ist ein herrliches Gefühl, endlich wieder unterwegs zu sein und es segelt sich super prima. Nicht besonders schnell, aber sehr komfortabel. Die erste Nacht ist nicht langweilig, da sehr viel Schiffsverkehr unseren Weg kreuzt. Die Tanker und Frachter kommen aus oder gehen in die Straße von Gibraltar. Da wir die Genua ausgebaumt haben und damit nicht besonders manövrierfähig sind, ist es manchmal spannend. Als zwei große Fischer und ein Kreuzfahrer gleichzeitig auf uns zu schießen wird mir etwas mulmig. Der hell erleuchtete Kreuzfahrer geht so knapp hinter uns durch, dass ich die Menschen an den Fenstern sehen kann. Wir müssen erstmals nachts nicht frieren, es sind 19 Grad.

 

Der Donnerstag ist zunächst friedlich. Gegen Abend wird der Wind unbeständiger und die Segel schlagen hin und her. Kurz nach 19 Uhr funktioniert unser AIS am Plotter nicht mehr. Wir können nur noch über Funk sehen, was auf uns zukommt.  Um 02:45 Uhr in der Nacht haben wir fast eine Kollision mit einem Katamaran. Er kommt quer auf uns zu, wir machen alle Lichter an, geben Schallsignale- keinerlei Reaktion. Wir machen die Maschine an, geben Gas und kommen ganz knapp vor ihm vorbei. Es ist kein Mensch an Deck und weitere Schallsignale ändern das auch nicht. Da scheint eine(r) gut geschlafen zu haben.